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"So ein bisschen Trüffelschwein sein..."

geschrieben am: Mittwoch, den 29. April 2009 um 20:09 Uhr | Kategorie: Praxisprojekte

Interview_Kindermann_150_100Viel zu erzählen hatte Moderator René Kindermann im Interview mit Studenten der ASCENSO Medienakademie Mallorca: Denn der 33-jährige führt ein interessantes Leben.

 

 

Diese Woche ist René Kindermann in der ASCENSO Medienakademie Mallorca als Dozent zu Besuch. Als Moderator des deutschen Boulevardmagazins „BRISANT“ gibt er im Interview erstaunliche Einblicke in seinen beruflichen Alltag als Reporter, Moderator, Dozent, Sportfan und Vater.

René Kindermann feiert in dieser Woche eine Premiere: Zum ersten Mal in seinem Leben ist er als Dozent in Palma tätig. Das ist selbst für den eingefleischten Fernseh-Profi etwas Besonderes: „Ich war in der Tat vor dem ersten Seminartag hier auf Mallorca aufgeregter  als vor der „BRISANT“ -Sendung, die täglich vor ein paar Millionen Zuschauern stattfindet“, so der Moderator. Doch macht es ihm denn überhaupt Spaß? „Ja, ich bin sehr begeistert, wie engagiert hier alle bei der Sache sind. Tolle Räume, ganz klar. Das ist natürlich faszinierend, eine familiäre Akademie im Herzen der Altstadt zu sehen.“

Im wöchentlichen Wechsel mit seiner Kollegin Mareile Höppner steht der Moderator für das Boulevardmagazin „BRISANT“ in der ARD vor der Kamera.

Sein Spezialgebiet sind die Könighäuser Europas. Die Zusammenhänge herausfinden „Wer mit wem, wieso und weshalb“ interessiert Kindermann besonders. Vor allem freut er sich auf das kommende Jahr, denn da wird er von der Hochzeit der schwedischen Prinzessin Victoria aus Stockholm berichten. Auch das spanische Könighaus -  mit einem Prinzen, der Handball spielt und dort seine Freundin, eine Journalistin, kennengelernt hatte - findet er „hochspannend“.

Doch auch alltägliche Schicksale begegnen Kindermann immer wieder im Alltag. „Das ist das, warum ich diesen Beruf so liebe, weil man Leute trifft und man ein bisschen in das Leben der Leute hineingucken kann.“

RTEmagicC_Interview_Kindermann_300_200.jpgAn sein schönstes berufliches Erlebnis kann sich der Moderator noch genau erinnern: In seiner Zeit beim Regionalfernsehen drehte das Team eine vorweihnachtliche Geschichte, in der es darum ging „einfach mal danke zu sagen“: Ein Mann im Rollstuhl, der trotz seiner schweren Behinderung sehr viel Lebensfreude und Zuversicht ausstrahlte blieb ihm seitdem im Gedächtnis.

Doch in diesem Beruf gibt es auch unangenehme Momente. Obwohl Kindermann großen Wert auf die Vorbereitung seiner Sendungen legt, unterlaufen ihm, wie jedem Profi, manchmal Fehler.

Als Kind wollte er eigentlich Pilot werden, doch es kam ganz anders:

Schon mit 16 Jahren fing er an bei einer Lokalzeitung zu arbeiten. Nachdem er in den USA sein High School Diplom absolviert hatte, kehrte er wiederrum zu einer Lokalzeitung zurück. Nebenbei machte Kindermann sein Abitur und durchlief im Anschluss ein zwei jähriges Volontariat beim Rundfunk.

Danach wechselte er zum öffentlich-rechtlichen Fernsehen, dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), und anschließend zur ARD. „Ich bin mittlerweile 33 Jahre alt und mache das schon 15 Jahre. Ich habe noch nie den Tag erlebt, wo ich gesagt habe: So jetzt ist aber Feierabend, Schluss damit, ich habe keine Lust mehr irgendetwas zu machen. Aber wenn der Tag kommen sollte, dann höre ich damit auf.“

Jedoch brauchen sich die Zuschauer der Sendung „BRISANT“ keine Sorgen um ihren Moderator zu machen. Auch in Zukunft wird René Kindermann dem Boulevardmagazin treu bleiben. Und das mit gutem Grund: Ihm gefällt insbesondere die zielorientierte Arbeit des ARD – Teams und die verschiedenen Themenbereiche. Und der Inhalt der Sendung muss erst gefunden und entdeckt werden. Mit der richtigen Recherche finden sich immer wieder wichtige und interessante Informationen: „So ein bisschen Trüffelschwein sein und nach dem Clou suchen“, beschreibt Kindermann sein Vorgehen. Der Moderator gibt sich nicht mit der Erstinformation zufrieden, sondern sucht zusätzlich nach Randinformationen, die eine interessante Geschichte bilden können.

Eine wirkliche Herausforderung ist das nächste Ziel des erfahrenen Moderators: Die Sportchefs der ARD haben ihn als Berichterstatter vor Ort für die olympischen Winterspiele in Vancouver ausgewählt.

Denn sportlich begeistert war er schon immer:

Über zehn Jahre trainierte Kindermann beispielsweise Leichtathletik. Zurzeit hält er sich mit Joggen, Schwimmen und Golfspielen fit. Auch am sogenannten „Jedermann Triathlon“ in Sachsen möchte er in nächster Zeit teilnehmen.

Doch wie schafft Kindermann es Familie, Sport und Beruf unter einen Hut zu kriegen.

Die Antwort ist ganz einfach: „Ein ausgeklüngeltes Zeitmanagement, mit einer großen Disziplin und Genauigkeit.“ So bleibt noch genug Zeit übrig, für seine Frau und seine zwei Söhne.

Auf die Frage, ob er den Studenten an der ASCENSO Medienakademie Mallorca ein paar Tipps geben könnte, antwortet Kindermann ausführlich: „Als Journalist soll man sich immer, immer, immer die Neugierde für seine Mitmenschen erhalten. Man sollte immer daran interessiert sein andere Menschen kennen zu lernen. (...) Ich glaube gute Journalisten schalten nicht ab. Sie sind unterwegs, laufen durch Palma und sehen, was passiert. (...) Ich glaube man sollte immer das Gefühl haben, dass man brennt für das, was man tut.“

Und noch eine Sache möchte Kindermann den Studenten mit auf den Weg geben.

„Immer schön neugierig sein, neugierig sein und viele Sachen hinterfragen. Es ist oft nicht so wie es scheint (...) aber wir sind dazu da dies aufzuklären.“


Text: Lena Wehmeyer und Katrin Haaf