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Verpuffte Illusionen | Kolumne der Redaktionsleiterin

geschrieben am: Donnerstag, den 31. März 2011 um 08:10 Uhr | Kategorie: Kolumne

Sinah HoffmannJa, ich gebe es zu. Ich war faul, sehr faul! Zumindest was die spanische Sprache betrifft. Anstatt Vokabeln zu pauken und den Unterricht zu besuchen, habe ich lieber ausgeschlafen und mich mit anderen Sachen beschäftigt. Zerstreuung findet man hier auf der Insel schließlich zu Genüge.

 

Ich habe mich ausgeruht auf meinem „Winz-Wissen“ und gedacht: "Ich wohne auf Mallorca. So schwer kann es doch nicht sein Spanisch zu lernen. Das kommt schon mit der Zeit". Diese naive Illusion hat sich nun endgültig wie mallorquinischer Morgennebel aufgelöst. Ohne konsequentes Büffeln wird das nix. Obwohl die Menschen um mich herum, im Supermarkt, an der Bar oder im Tabakladen, Spanisch sprechen, kann man sich mit Englisch immer selbst aus der Vokabel-Patsche helfen. Aber bin ich nicht eigentlich hier, um Spanisch zu lernen?

Ohne die Sprache wenigstens in den Grundlagen zu beherrschen, werde ich ewig in einer deutschen Parallelgesellschaft stecken bleiben. Richtig bewusst wurde mir dieser Umstand bei einer Kneipentour mit Wolle und Jan. Genau wie meins bewegte sich das spanische Sprachniveau von Kumpel Wolle im ersten Semester gegen Null. Jetzt, ein halbes Jahr später, plappert der Gute unverschämt zwanglos mit jedem Spanier oder Mallorquiner, der seinen Weg kreuzt. Mehr als ein krüppeliges "Qué tal" kam mir nicht über die Lippen. Wie peinlich!

Ich gehe nun regelmäßig zu den Spanischstunden und habe mir eine Vokabelliste angelegt. Denn mal ehrlich, ohne Verständigung bleibt auch das Verstehen dieser fremden Kultur auf der Strecke. Dann hätte ich gleich in Deutschland bleiben können.

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Text: Sinah Hoffmann