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Praktikum statt Faulenzen

geschrieben am: Mittwoch, den 28. September 2011 um 09:04 Uhr | Kategorie: Campusleben

Praktikum statt FaulenzenDie ASCENSO-Studentinnen Nicole und Sinah tauschen mallorquinische Sonne gegen den harten Arbeitsalltag einer Lokal-Redaktion in Deutschland. Fünf Wochen arbeiten die Beiden bei einer Tageszeitung.

 

 

Drei Monate einfach die Hände hinter dem Kopf verschränken und weniger als nix machen hat einen gewissen Reiz. Zugegeben! Nur leider macht sich "Chillen" im Lebenslauf nicht wirklich gut. Nicole und ich beschließen aus diesem Grund während unserer Semesterferien ein bisschen Praxiserfahrung zu sammeln. Da unsere Berufswahl schon geraume Zeit feststeht, fällt die Entscheidung leicht. Seit sieben Jahren arbeite ich bei der Tageszeitung in meiner Heimatstadt als freie Journalistin. Auch in diesem Sommer bin ich dort glücklicherweise wieder willkommen. Nicole, unsere angehende Fotografin, darf ebenfalls arbeiten und meine Texte mit ihrem scharfen Auge und ihrer flinken Hand am Abzug bebildern.

Nicole mit "ihrem Werk"Fünf Wochen lang wohnen wir beide in der WG meines besten Freundes und klotzen bei der Arbeit ordentlich ran. Unsere Tage sind chaotisch organisiert. Nach einem gemeinsamen WG-Frühstück, bestehend aus starkem Kaffee und einer Zigarette machen wir uns auf den Weg in die Redaktion. Die Vormittage vergehen mit Recherche, Ideensammlung und Diskussionen. Um 12 Uhr mittags treffen wir uns gemeinsam mit unseren Kollegen im Chef-Büro. Eine Stunde lang wird die Zeitung geplant. Mögliche Artikel-Themen werden besprochen, die Berichte werden auf die verschiedenen Zeitungsseiten aufgeteilt und die zukünftigen Bilder bekommen eine Größe und ein bestimmtes Format. Danach ist die Zeitung für den morgigen Tag in ihrer Gestaltung fertig. Die freien Text- und Bildstellen müssen nur noch gefüllt werden. Während Nicole durch die Stadt streunert um das passende Bild zu meinem Artikel zu knipsen, haue ich meine Finger an der Tastatur wund. Anschließend vergleichen wir die Stimmigkeit zwischen Text und Bild, bauen beides mit einem speziellen Programm in die virtuelle Zeitung ein und schicken die Vorlage auf die Reise in die Hauptzentrale. Dort wird alles noch mal kontrolliert und schließlich in der Nacht gedruckt. Am nächsten Tag können wir unsere Arbeit in der Zeitung bestaunen. Ein gutes Gefühl!

Besonders Nicole geht in ihrem Praktikum auf wie Hefeteig. Mit schier unerschöpflicher Energie tänzelt sie durch die Flure der Redaktion und strampelt mit Fahrrad und Kamera durch die Stadt. Hin und wieder zieht sie mit der Fotografin Heike durch die Gegend und lässt sich das Handwerk erklären. Zeitungsfotografie hat nichts mit Kunst zu tun. Schöne Bilder sind nebensächlich, Aussagekraft müssen sie haben. Nicole begreift schnell. Lob und ein tolles Praktikumszeugnis sind der Dank. Wäre da nicht das Studium auf Mallorca, würden wir mit Sicherheit hierbleiben. Vielleicht im nächsten Jahr….

Text/ Bilder: Sinah Hoffmann